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Bewertung: Hotel Klosterhof (Neukirchen beim Heiligen Blut)

Ich bin nun seit 15 Jahren als freier DJ sehr viel in Deutschland unterwegs und habe mit Sicherheit schon in 300-400 Hotels übernachtet. Was ich allerdings im Hotel Klosterhof in Neukirchen beim Heiligen Blut erlebt habe, sprengt wirklich alles bisher dagewesene. Soviel Inkompetenz, Abzocke und totaler Unfreundlichkeit habe ich in meinem ganzen Leben in einem Hotel noch nicht erlebt. Doch der Reihe nach.


Hadley plant einen Kurzurlaub

Ich wollte mal raus, den Kopf freibekommen und schaufelte mir eine Woche frei. Wo sucht man heute nach einer Reise? Richtig, im Internet. So fand ich bei LIDL-Reisen das für mich passende Hotel, so meinte ich zumindest. 2.700 Kommentare, davon 4.7 von 6 Punkten, das war mir genug um die wenigen negativen Kommentare zu überlesen. Das hätte ich aber besser mal nicht gemacht:

LIDLHOLIDAYS
© LIDL-Holidays

Mein Preis für "all inclusive" waren 299 Euro für 5 Tage. Das erschien mir als guter Preis. 60 Euro die Nacht ist der Preis, den ich auch als DJ anpeile, wenn ich eine Möglichkeit zur Übernachtung suche. In diesem Preis sind im Hotel Klosterhof in Neukirchen beim Heiligen Blut folgende Leistungen enthalten:

  • kostenloses WLAN
  • kostenlose Parkplätze / Tiefgarage 5 Euro am Tag
  • "All inclusive", also Frühstück, "Snack" am Mittag, Gebäck am Nachmittag, Büfett am Abend
  • Alle "Softgetränke" bis 21 Uhr inklusive
  • großer Wellnessbereich mit Schwimmbad
  • Spielzimmer für schlechtes Wetter mit Billard, Tischtennis, usw.


Hadley kommt am Hotel Klosterhof in Neukirchen beim Heiligen Blut an

Nachdem ich fast 4 Stunden gefahren bin, werde ich von einer sehr freundlichen jungen Dame an der Rezeption empfangen, die mich eincheckt. Sie fragt mich nach einem "Wautcher" und ich habe keine Ahnung, was sie damit meint, sie erklärt es mir aber geduldig und freundlich, dass dieser "Vaucer" bei den Papieren dabei war, den ich von LIDL bekommen habe. Ich krame also die Papiere hervor und finden den "Wautscher", was immer das auch ist. Während sie mich eincheckt kann ich eine weitere, ich möchte das Wort "Dame" hier nicht verwenden, blondierte junge Person, die mit anderen Gästen redet und auf mich den Eindruck macht, also wäre sie jetzt lieber woanders. Ich verfüge über eine ausgezeichnete Menschenkenntnis und dieses Frauenzimmer ist hinter einer Rezeption, wo sie auf andere Menschen trifft, völlig fehlt am Platz. Ihr kompletter Gesichtsausdruck sprach Bände, aber das sollte ich selbst noch zu spüren bekommen. Ich checkte 15 Uhr ein, bekam aber gesagt, dass mein "all inclusive" erst um 17:30 Uhr beginnt. Auf Nachfrage, was das so wäre, bekam ich die Antwort "das ist halt so".


Hadley geht aufs Zimmer

Ich bekam ein Doppelzimmer, was natürlich schön ist, denn man hat wesentlich mehr Platz zur Verfügung. Bis auf die Kopfkissen, die wirklich eine Katastrophe sind, kann ich gegen dieses Zimmer absolut nicht sagen. Vielleicht hätte man noch eine Deckenlampe anbringen können, denn nachts reicht die vorhandene Beleuchtung in dem Zimmer gerade mal für ein diffuses Licht aus. Verständlicherweise war es in dem Zimmer unfassbar warm, einen Ventilator, der in vielen Hotels schon zur Grundausstattung gehört (so meine Erfahrung) sucht man vergebens. Es war alles sehr sauber, die Putzkolonne (besteht aus zwei echt netten, ich schätze mal polnischen Damen) versteht ihr Handwerk:


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Man beachte das letzte Bild mit der Wasserflasche. Das "all inclusive" reichte also nicht mal bis ins Zimmer, denn die Flasche Wasser sollte 2 Euro kosten und vor der Abreise bezahlt werden. Da dachte ich schon, okay, das fängt ja echt gut an.


Freies WLAN auf den Zimmern

Das war dann mehr Wunsch als Realität. Ich habe mit einigen Gäste gesprochen, die ebenfalls kein WLAN auf dem Zimmer hatten, das Signal aus der Lobby (wo es meistens ging, aber auch nicht immer) reicht nicht bis in die hinteren Zimmer. Ich war nur zwei Wände von der Lobby entfernt und hatte auf Handy, sowie auf dem Tablet kein WLAN. Mein Laptop schaffte gerade mal einen Strich, was zur Folge hatte, dass auch hier das WLAN ständig abbrach. Wir sind im 21. Jahrhundert, das gehört WLAN selbst bei Hotels mit einem Stern zur Grundausstattung. Es ist also ein Ding der Unmöglichkeit, dass auf der Hälfte der Zimmer kein Empfang möglich ist.


Freie Softdrinks bis 21 Uhr

Was ich Ihnen jetzt zeige, empfinde ich persönlich (das ist meine persönliche Meinung) als den Gipfel der Unverschämtheit. Schauen Sie sich bitte diese Bilder an und ich erkläre Ihnen, warum ich echt entsetzt war:


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Das sind s.g. "Schankomaten" der Firma Grapos. Diese werden mit Zuckersirup, der verschiedene Geschmacksrichtungen haben kann (dazu werden mit Sicherheit künstliche Farb- und Aromastoffe verwendet) betrieben. Das Wasser kommt aus der Leitung, ist also normales Leitungswasser. Dazu wird es dann noch mit Kohlensäure versetzt. Auf der Webseite der Firma findet sich keinerlei Hinweise, was in den Sirups enthalten ist. Null. Keine Information. In meinem Augen ist das übelste Zuckerbrühe mit komplett unterirdischem Geschmack. Ich habe mehrere Sorten probiert, das Zeugs ist meiner Meinung nach völlig ungenießbar, weil viel zu süß. Was mich auch gewundert hat: Im ganzen Speisebereich hängen in Folie eingeschweißte Allergentabellen aus, neben dem Automat hing nichts. Keinerlei Informationen, was da aus dem Automaten sprudelt. Und die Kinder, die reichlich in diesem Hotel vorhanden waren (aber dazu komme ich gleich), haben regen Gebrauch von diesem Zuckerwasser gemacht. Die Erwachsenen haben fast nur Wasser rausgelassen und wenn ich gefragt habe, warum nur Wasser, bekam ich immer zur Antwort: "Das ist zu süß, das kann man nicht trinken. Danach hat man mehr Durst wie vorher!" An diesen Automaten kann man auch Bier rauslassen, das hat mancher Gast aber nur einmal gemacht. Weder das helle, noch das dunkle Bier war genießbar.


Das Abendbüfett des Grauens

Jetzt wird es fast schon abartig. Ich selbst habe als Jugendlicher ein Jahr lang Koch gelernt und koche nun schon seit 40 Jahren zuerst natürlich nur für mich, aber auch für Freunde und seit vielen Jahren für meine Familie, Freunde, Freunde meiner Kinder und ich habe auch schon auf Hochzeiten (auf Wunsch) gekocht und die Hochzeitsgäste nicht als DJ, sondern als Koch glücklich gemacht. Ich habe ein Kochbuch geschrieben und bin in letzten 15 Jahren über 1.000 Mal (auf Festen, Geburtstagen, Hochzeiten, usw.) in den (manchmal mehr oder weniger) Genuss von Caterings- oder Restaurantessen gekommen. Was ich damit sagen will: Ich weiß, wovon ich rede, wenn es ums Essen geht.

Was Gäste im Hotel Klosterhof in Neukirchen beim Heiligen Blut als Abendbüfett vorgesetzt bekommen, grenzt an Körperverletzung. Dieses Büfett war eine bodenlose Frechheit. In meinem ganze Leben habe ich so etwas noch nicht gesehen. Mir fehlen echt die Worte, um das zu beschreiben, jedes Landschulheim hat besseres Essen. Jetzt kann es ja sein, dass ich einfach nur einen schlechten Tag erwischt habe, aber als ich mich bei ein paar der Gäste durchgefragt habe bekam ich die Bestätigung: das ist jeden Abend so! Ich habe deswegen nochmal die Bewertungen des Hotel Klosterhof beim Heiligen Blut durchgesehen und wurde bestätigt, gerade in den neuesten Kommentaren wird viel über das Essen gemeckert. Zu recht!


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Wo fange ich nur an. Das Rotkraut, der Krautsalat und die Bohnen aus dem Salatbüfett sind aus dem Eimer. Die Kartoffelecken sind TK, die billigsten aller billigen Seelachsfilets wurden halbiert(!) und dann in den Behälter gestapelt. Die furztrockenen Schweinerückensteaks wurden ebenfalls halbiert (warum nur) in den Behälter gestapelt und das Wasser am Boden ist keine Soße, das ist Fleischsaft. Im Bild daneben sehen Sie "Nudelauflauf mit Mozarella" und das ist an Grauen kaum noch zu toppen. Das war vertrocknet, völlig vermatscht, geschmacklos und mit Dosengemüse (Mais, Erbsen, Paprika-Mix) versehen. Dann TK-Karotten, die einfach nur warm gemacht wurden. Ungewürzt. Als krönenden Abschluss der "Kartoffelsalat mit Gurken", so etwas widerliches wurde mir noch nie angeboten. Kartoffelsalat aus dem Eimer, mit Dill nachgewürzt und mit frischen Gurken versehen. Grauenhaft und geschmacklich unbeschreiblich. Einfach nur widerlich! Als Nachtisch puren Quark mit Geschmack, total trocken, den konnte man nicht essen.


Das Blondchen von der Rezeption

Ich habe nichts davon gegessen, sondern mir aus dem REWE, der in der Nachbarschaft ist, vom Bäcker Brötchen und vom Metzger Wurst geholt. Und ich war nicht der einzige Gast, der diesen Weg gewählt hat. Nachdem ich mir das Grauen im Speisesaal angeschaut habe, holte ich mir ein "blaues Bändchen" an der Rezeption ab und traf dort auf Fräulein Fragmichbessernix, die mir nicht erklären wollte, wozu ich dieses Bändchen denn nun anziehen musste. Das ist halt so. Ich vermute einfach mal, dass das blaue Band am Handgelenk die "all inclusive Gäste" von den "normal zahlenden" Gästen unterscheidet. Wir sind quasi Gäste zweiter Klasse. Und so wurde ich auch von dem blondierten Frauenzimmer behandelt. Auf meine Nachfrage, ob das Abendessen immer so aussehen würde fragte sie schnippisch zurück, was denn daran auszusetzen wäre. Gut, dachte ich, ich kann das auch: "Das ist unterirdisch, eine Frechheit dem Gast so etwas anzubieten. Ein Vollkatastrophe, ein Totalausfall. Eure Gäste gehen in den REWE und holen sich dort was zu essen, weil das, was ihr da im Speisesaal habt, vollkommen ungenießbar ist!". Hat sie nicht beeindruckt. Ich wäre der Erste, der sich über das Essen beschwert, sie werde es aber weitergeben.

Dann dreht sie sich um und ließ mich einfach stehen. Das muss man sich mal vorstellen, vor ihr steht ein Gast, der sich beschwert und sie lässt mich einfach stehen! Der Gipfel der Unverschämtheit, ein absolutes No-Go in der Branche. So etwas macht man nicht, das geht gar nicht! Ich wäre fast geplatzt, doch sie war längst in ihrem Büro verschwunden und schloss die Türe hinter sich. Unglaublich, dieses junge Ding würde bei mir keinen einzigen Tag überleben, nach so einer Aktion würde ich sie sofort entlassen!


Kein Platz für alle Gäste

Ab 20 Uhr dudelte ein Alleinunterhalter im Hof, naja, ich muss mich da raushalten, der war, ich nenne es mal durchwachsen. Hier kam aber auch eine der weiteren Probleme in diesem Hotel zu tragen: Es gibt bei weitem nicht genug Platz für alle Gäste! Das zieht sich durch den gesamten Tagesablauf: Beim Frühstück und beim Mittagssnack waren der Speisesaal immer voll belegt, man muss manchmal eine Stunde warten bis man einen Platz bekommt, vor allem, wenn eine Familie mit Kindern was essen will! Die Gäste weichen dann einen Stockwerk tiefer auf die Räume der Bar aus, wo dann aber irgendwann auch alles voll ist. Im Hof befinden sich viel zu wenige Sitzmöglichkeiten, aber ich wollte mich da sowieso nicht hinsetzen.


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Der Typ in der "Bar" auf dem Hof sprach nur gebrochen Deutsch und ich hatte das Gefühl, der versteht gar nicht, was ich von ihm will. Auch seinen Bereich hält er nicht sauber. Diese Tablets auf dem letzten Bild standen auf allen Tischen mit dieser verdreckten Sitzcouch und die sahen alle so aus:


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So viele Kinder!

In der Reisebeschreibung war kein Wort davon zu lesen und bitte, verstehen Sie mich jetzt nicht falsch, ich liebe Kinder! Ich hatte mein ganzes Leben mit Kindern zu tun und habe erst einen Tag vor meiner Abreise eine Kinderdisco mit fast 30 Kindern bestritten. Ich wollte mich aber in Erholung begeben und das ist in diesem Hotel absolut nicht möglich. Ich kann mich irren, aber die Hälfte der Gäste bestand aus Kindern, die andere Hälfte aus deren Eltern und Menschen über 70 Jahre. So haben Sie von 7 Uhr Morgens bis spät in die Nacht Kindergeschrei, Getrampel, Gerenne (auch an meinem Zimmer vorbei, wo es einen Weg des Hotels gab) und das ohne Pause und Unterlass. Das ist schön, ich liebe Kinder, aber es macht einen wahnsinnig. Für diese Kinder wird viel zu wenig geboten, was ich auch aus Gesprächen mit den Eltern herausgehört habe. Der "Kidsclub" könne so viele Kinder gar nicht unterhalten, sodass vormittags sogar eine Anmeldung notwendig ist, das Kontingent ist nach wenigen Minuten erschöpft. Nachmittags finden dann Aktionen im Hotel selbst statt, bei denen sich lange Kinderschlangen bilden, als ich da war wurden im Hof Kinder geschminkt (war ja klar).


Das Schwimmbad

Gerade durch die vielen Kinder ist das kleine Schwimmbad immer überbelegt. Nur zu bestimmten Zeiten, z.B. beim Essen, können Sie dort wirklich ein paar Runden drehen. Ansonsten sehen Sie vor lauter Kinder kein Wasser mehr und das Schwimmen einer Bahn ist ein Ding der Unmöglichkeit. Im Becken kann man überall stehen und das Wasser empfand ich als seltsam "weich", ich weiß nicht, wie ich das ausdrücken soll. Es war auch etwas trübe, man hatte das Gefühl hier wäre man mit dem Chlor sehr großzügig umgegangen. Zu meiner Erleichterung roch es nicht nach "Schwimmbad", denn dieser Geruch entsteht nur, wenn Chlor mit Urin vermischt wird. Aber es kann auch sein, dass die gar kein Chlor nehmen, sondern irgendetwas anderes.


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Dem Schwimmbad sieht man seine Jahre deutlich an. An vielen Stellen funktioniert die Technik nicht (es gibt Knöpfe für einen Massagestrahl) und der Putz platzt überall von den Wänden. Die Türen zur Sauna sind verrostet und die Türe zur Toilette sieht aus, als wäre sie schon einmal aufgebrochen und dann nur notdürftig geflickt worden. Außerdem scheint es auch schon einen Wasserschaden gegeben zu haben, der nicht mal übermalt wurde. Man beachte, dass die Schließfächer ein Fünfmarkstück haben wollen:


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Das Spielzimmer

Da hab ich leider vergessen Bilder zu machen. Das angepriesene Spielzimmer befindet sich beim Schwimmbad und ist ein fensterloser, weichgetünchter, vermutlich ehemaliger Fahrradkeller, in dem drei in die Jahre gekommene, abgeranzte Flipperautomaten stehen (ob man da was reinschmeißen muss hab ich nicht gesehen), ein überholungsbedürftiger Billardtisch und eine Tischtennisplatte.  Nicht sehr einladend, und natürlich überlaufen wenn es regnet.


Nachtruhe, wo bist Du?

Ich habe mich um Mitternacht ins Bett gelegt, doch an eine Nachtruhe war nicht zu denken. Da ich wegen der Hitze die Terassentür angelehnt hatte, drang dort Musik und Geplapper der Gäste herein, die auf den Nebenterrassen und auf den Balkonen im ersten Stock saßen, sich unterhielten, dabei Musik hörten und deren Kinder noch durch die Nacht tobten. Um halb Zwei stand ich auf, verließ das Zimmer, um jemandem von Hotel zu finden, der dem Treiben, das sich jetzt auf wenige Parteien reduziert hatte, Einhalt zu gebieten. Doch ich fand niemanden. Vom Personal war weit und breit nichts zu sehen. Selbst um diese Uhrzeit traf ich noch Gäste, doch auf Nachfrage hatten die auch kein Personal gesehen. Nach einer halben Stunde gab ich es auf und ging aufs Zimmer zurück.

Irgendwann schlief ich dann ein, nur um um 6:30 Uhr von einem Wecker geweckt zu werden und das war nicht meiner. Ab 7 Uhr war an Schlaf nicht mehr zu denken, denn es begann das Türenklappern, Kindergeschrei und das Laufen auf den Fluren. Der Grund ist klar: Man bekommt sonst keinen Platz beim Frühstück! Um kurz vor 8 Uhr gab ich auf und ging ebenfalls in den Speisesaal.


Wenn der Tag so beginnt oder "Das Frühstück des Grauens"


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Billigste Aufbackbrötchen, gestocktes Vollei aus dem Konvektomaten (ungewürzt, natürlich), gestapelte Eier wie in einer Legebatterie, lieblos hingeklatschter Käse. Der Abschuss war aber die Wurst, die ungekühlt in diesem Behälter lag. Hier wurde einfach billigste Discounterwurst aus den Packung genommen und in den Behälter gelegt. Öffnete man den Deckel, roch die einem schon entgegen. Ich will das nicht behaupten, aber ich habe gedacht, die ist vom Vortag. Wenn ich nicht wüsste, dass das verboten ist, ich will hier niemandem etwas unterstellen, aber ich glaube, das ist meine Meinung, die war vom Vortag. Ich  bin dann durch die Reihen gelaufen und so gut wie niemand hatte Wurst auf seinem Teller. Dafür reichlich dieser unsäglichen in kleine Plastikbehälter verpackte (ich hasse diese Dinger) Marmelade und Nutellapäckchen. Warum werden diese Dinger nicht verboten? Wenn ich mir überlege, was alleine in diesem Hotel an Abfall nur durch das Frühstück produziert wird, kommt mir das kalte Grausen. Natürlich war weder der Billigscheibenkäse noch der Joghurt gekühlt und der Quark war vom Vorabend! Abgerundet wird das Ganze mit einem Obstsalat aus der Großmarktdose und wenn man nach koffeinfreiem Kaffee fragt, bekommt man heißes Wasser und ein Glas "Kaffee Haag", das ist wirklich der Gipfel der Frechheit.


Der Showdown

Ich war keine 24 Stunden im Hotel Klosterhof in Neukirchen beim Heiligen Blut und ich hatte die Schnauze gestrichen voll. Eigentlich wollte ich schon wieder abreisen, doch ich dachte mir, gehe ich halt in den REWE zum Frühstücken und hole mir dort in der Metzgerei was für den Abend. Also holte ich mir ein Buch und setzte ich mich in Lobby. Und dort fiel es mir dann auch auf, irgendetwas pfiff und rauschte in einer Tour. Dann fielen mir die Lautsprecher im Flur wieder ein, die genau das gleiche Geräusch von sich gaben: Die Lautsprecheranlage, die vermutlich für Durchsagen gedacht ist, war nicht ausgeschaltet, was die Lautsprecher zu einem hörbaren Pfeifen und Rauschen veranlasste. In der Lobby schaute ich mich um und auch dort waren in der Decke diese Lautsprecher verbaut. Und ja, ich kann da nicht aus meiner Haut raus, so bin ich eben: ich wollte das blondierte Frauenzimmer mal fragen, was es damit auf sich hat. Es entwickelte sich folgender Dialog:

Ich: "Die Lautsprecheranlage ist nicht aus, die rauscht und pfeift im ganzen Haus?"
Sie: "Ja, ich weiß, das ist so gewollt!"
Ich: "Entschuldigung, ich verstehe nicht, sagten Sie gerade, das ist so gewollt?"
Sie: "Ja, das wissen wir, das ist so gewollt!"
Ich: "Warum?"

In diesem Moment kam die Chefin aus dem Büro und fragte mich ziemlich unfreundlich, was denn los wäre. Also sagte ich auch ihr, dass es mir aufgefallen ist, dass die Lautsprecheranlage nicht ausgeschaltet wäre und sie meinte, sie würde den Hausmeister drüberschauen lassen. Dann haben mich beide einfach stehengelassen. Das war das zweite Mal, dass ich einfach stehengelassen wurde und jetzt war die Spitze des Eisbergs erreicht. Alleine der unfassbar arrogante Blick dieses blondierten Etwas machte mich richtig wütend. Ich lasse mich doch nicht für dumm verkaufen, also wirklich nicht.

Ich gings aufs Zimmer, packte meine Sachen und verstaute alles im Auto. Dann ging ich zurück an die Rezeption, wo das unverschämte junge Ding immer noch stand, legte meinen Schlüssel auf dem Tresen und sagte:

"Machen Sie meine Rechnung fertig, ich reise ab!"

Und was jetzt passierte, das schlägt wirklich alles, was ich jemals in einem Hotel erlebt habe. Sie grinste! Sie stellte sich an den Computer und während sie meine Rechnung ausdruckte, lachte sie grinsend in sich hinein! Da fehlen mir echt die Worte, das ist einfach nur ungeheuerlich! Anstatt mich nach dem Grund meiner frühzeitigen Abreise zu fragen, war sie einfach nur froh, mich los zu sein! Schließlich hatte ich gestern schon wegen des Abendessens gemeckert und was bitte geht mich die interne Lautsprecheranlage an? Ohne Witz, sie grinste immer noch, als sie den Schlüssel nahm und mir die Rechnung gab. Sie steht da an der Rezeption des Hotels Klosterhof in Neukirchen beim Heiligen Blut und freute sich einen Wolf,  mich los zu sein!

Aber eine Frage hatte ich dann doch noch: "Haben Sie den Beruf eigentlich gelernt" und nachdem sie das bejaht hatte (was schlimm genug ist) kam die Chefin ums Eck und schnauzte mich an: "Was haben Sie denn schon wieder mit dem Mädchen, was hat sie Ihnen getan?”

Meine Antwort…..

"… das können Sie morgen im Internet nachlesen!"


Update vom 30.07.2018

Das Hotel hat seine Bewertungen auf der Facebook-Seite abgeschaltet! Dort kann man also keinerlei Kritik mehr anbringen. So geht mal also damit um, dass sich Gäste beschweren. Außerdem habe ich bei LIDL mein Geld zurückgefordert, mal sehen, was draus wird!


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Kommentare

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A.P. am :

Hmm hab das jetzt gerade gelesen...wir sind ab Samstag dort ...na da ????

Hadley B. Jones am :

Vielleicht habt Ihr ja Glück und die haben was dazugelernt? Meldet Euch einfach nochmal, wenn Ihr dort ward!

Karina am :

100% meine Meinung über diesen furchtbaren Schuppen! Das mit dem Geld zurück fordern ist eine gute Idee ......

Manuel am :

Dem gibt es nichts hinzuzufügen! Sie haben das wirklich toll beschrieben, ich schließe mich Ihrer Kritik voll und ganz an!

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